ATLAS-Ausfuhr in der Praxis

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Im Rahmen des Internationalen DV-Projekts ECS/AES (Export-Control-System + Automated Export System) wurden durch die EU-Mitgliedsländer ab 2005 Lösungen für eine zollrechtliches Ausfuhrverfahren entwickelt. Hierbei entstanden 27 verschiedene Einzellösungen, welche länderspezifische Verfahren und Aufgaben beinhaltete. In Deutschland heißt dieses Projekt "ATLAS".

Seit dem 1.Juli 2009 besteht EU-einheitlich die Pflicht zur Teilnahme an elektronischen Ausfuhrverfahren. Die Papieranmeldung wurde zum 1.07.2009 endgültig eingestellt.

Ausgeschlossen von Atlas sind lediglich folgende Verfahren:

* Die Voraussetzung für eine mündliche oder konkludente Ausfuhranmeldung liegt vor (oder)
* Die Ausfuhr erfolgt im Rahmen eines Carnet ATA (oder)
* Das Ausfall- und Sicherheitskonzept kommt zur Anwendung

Die Abgabe von Ausfuhranmeldungen erfolgt unter Nutzung einer zollzertifizierten Atlas-Teilnehmer-Software, welche von diversen Anbietern angeboten wird. Hieraus sind zwischenzeitlich über 40 verschiedene Software-Produkte verfügbar. welche nicht miteinander kompatibel sind.

Für die Datenübertragung an den Zoll gibt es verschiedene Möglichkeiten:

Dienstleister
Hierbei wird die Anmeldung durch einen Dienstleister erstellt und an den Zoll gesandt. Der Dienstleister arbeitet als Vertretung und ist für Fehler nicht haftbar. Die Verantwortung liegt mmer beim Unternehmen, welches sich vertreten lässt. Der Dienstleister wird wird vermutlich auch die teuerste Variante sein.

Vorteil kein Arbeitsaufwand und Software im Unternehmen, Datensicherung und Updates durch den Dienstleister (eigene Software)
Nachteil der Dienstleister kann für Fehler nicht haftbar gemacht werden; verantwortlich ist das Unternehmen, teuer, hohes Risiko bei Tarifierung über Dienstleister

InHouse-Software
Hier ist in Ihrem Unternehmen einer Software installiert (Einzel-Arbeitsplatz oder Netzwerk), welche direkt (z.B. durch FTAM-Anbindung) die Daten mit dem Zoll austauscht oder aber über einen Dezentralen Kommunikations-partner (DezKP).

Vorteil es handelt sich um ein geschlossenes System innerhalb Ihres Unternehmnens, wobei nur die Meldedaten verschlüsselt Ihr Unternehmen verlassen
Nachteil Updates und Datensicherung muss vom Unternehmen selbst durchgeführt werden

Internet-Lösungen
Hierbei wickeln Sie die Ausfuhren per Web-Browser über ein Kundenportal ab.

Vorteil von überall weltweit zu erreichen, Datensicherung und Updates erfolgen durch Anbieter
Nachteil Ihre Datenbestände befinden sich online.

Terminal-Server-Anbindung
Hier steht der Server mit dem Programm und den Datenbanken bei einem DezKP, welcher auch die Datensicherung sowie die Programmaktualisierung übernimmt. Die Anmeldung erfolgt vom Arbeitsplatz direkt per Fernzugriff auf den Unternehmensbereich beim DezKP. Der DezKP ist meist auch der Softwareanbieter.

Vorteil Sichere Anbindung, Datensicherung und Updates erfolgen durch den DezKP
Nachteil Unternehmensdaten befinden sich extern beim DezKP

 

 

 

 

 

 

 

 

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