AEO - Authorised Economic Operator

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Seit 1. Januar 2008 können Unternehmen, die der Europäischen Union ansässig und am Zollgeschehen beteiligt sind, den Status des Zugelassenen Wirtschaftsbeteiligten beantragen.

 

Ziel ist die Absicherung der durchgängigen internationalen Lieferkette vom Hersteller bis zum Endverbraucher. Hierzu ist eine weltweite, gegenseitige Anerkennung der länderspezifischen Sicherheitsprogramme notwendig.

Bislang wurden u.a. Abkommen mit der Schweiz, Norwegen, China und den USA abgeschlossen. Weitere Verhandlungen mit Drittländern (z.B. Kanada) laufen derzeit.

                                 

Die gesetzlichen Bestimmungen zum AEO ergeben sich im Wesentlichen aus den Artikeln 38 + 39 des UZK sowie den Artikeln 24 bis 35 der Durchführungsverordnung (IA), den Artikeln 26 bis 30der Delegierten Verordnung (DA) sowie den Übergangsbestimmungen (DTA).

Ist der AEO ein Muss ?

Vermutlich wird künftig kein international tätiges Unternehmen ohne den AEO-Status auskommen, egal ob Spediteur, Händler oder Zulieferant für bestimmte Produktionssparten (z.B. Automobilindustrie).  Bereits heute wird von namhaften KFZ-Herstellern von den Vorlieferanten der AEO-F erwartet. Sofern der Zulieferant auch Entwicklungsleistungen durchführt ist der AEO ein "MUSS HAVE".

Ohne AEO keine Entwicklungsaufträge

Es wird seitens der Zollbehörde immer darauf hingewiesen, dass der AEO freiwillig ist und nicht erzwungen werden darf, aber die Realität sieht bereits schon jetzt anders aus.

Welche Vorteile bringt mir der AEO ?

Hier muss bereits differenziert werden zwischen dem AEO-C (Customs) und dem AEO-S (Sicherheit) unterschieden werden. Der bestehende AEO-F (Full)  wird durch 2 getrennten AEO-C + AEO-S ersetzt.

Der AEO-C steht für "Zollrechtliche Vereinfachungen" und hat nicht viel  mit der "Lieferkette" und dem Thema "Sicherheit" zu tun. Er bezieht sich somit auf Vereinfachungen bei Genehmigungsverfahren, durch weniger Zoll-Kontrollen/Prüfungen und hat durch den Status einen internationalen "guten Ruf".

Erleichterungen

Erleichterungen für den AEO-C

Vorteile bei der Beantragung neuer Vereinfachungsverfahren

Reduzierte Dateninhalte bei der Vorausand-   meldung (Pre-Declaration)

Besserstellung bei Vereinfachungsverfahren für die Import- und Exportabwicklung oder bei Verfahren, welche den AEO als Voraussetzung verlangen

günstigere Risiko-Einschätzung

weniger Außenprüfungen

 

Erleichterungen für den AEO-S

weniger Zollkontrollen bei der Ein- und Ausfuhr

Ankündigung von Zollkontrollen beim Import und   eine bevorzugte Abwicklung

Vereinfachungen bei der Importabwicklung bei   gegenseitiger Anerkennung des AEO-Status im Empfangsland (z.B. USA - C-TPAT)

Status steht für "anerkanntes Sicherheits-Konzept" 

weniger Außenprüfungen

sehr gute Risiko-Einschätzung

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Voraussetzungen für den AEO-Status:

Bisherige Einhaltung der zoll- und steuerrechtlichen Vorschriften (Art. 24 Abs.1 IA)
Die Einhaltung gilt als erfüllt, wenn der Antragsteller bzw. Geschäftsführer und die für Zollangelegenheiten verantwortliche Person in den letzten 3 Jahren keine schwerwiegenden oder widerholten Verstöße gegen zoll- und/oder steuerrechtliche Vorschriften und keine Straftaten begangen hat.


Folgende Personen sind für die Überprüfung relevant:

  • Der Antragsteller
  • Geschäftsführer oder Vorstand
  • der für Zollangelegenheiten zuständige Mitarbeiter

Zufriedenstellendes Buchführungssystem (Artikel 25 IA)
Die Buchführung muss eine wirksame Überwachung und nachträgliche Prüfung ermöglicht. Es muss also ein Prüfpfad vorhanden sein, der es ermöglicht, alle Eintragungen bis zur Quelle zurück zu verfolgen.


Zahlungsfähigkeit (Art. 26 IA)
Der Antragsteller darf sich in keinem Insolvenzverfahren befinden. Damit ist nicht das rechtliche Insolvenz-verfahren gemeint, sondern die faktische Unfähigkeit, entstandene und entstehende Schulden zu bezahlen.

In den letzten 3 Jahren vor der Antragstellung muss der Antragsteller seinen finanziellen Verpflichtungen bzgl. der Zahlung von Zöllen, Steuern und Abgaben nachgekommen sein, welche mit der Ein- oder Ausfuhr von Waren in Verbindung stehen.

Ebenso muss der Antragsteller nachweisen, dass er über eine ausreichende finanzielle Leistungsfähigkeit verfügt.

Der Nachweis wird erbracht über die Vorlage der letzten Jahresabschlüsse (Bilanz + Gewinn-und Verlustrechnung)


Praktische und berufliche Befähigung (Art. 27 IA)    Neu im UZK ab 1.05.2016
Alle AEOC müssen das Kriterium der praktischen oder beruflichen Befähigung nachweisen. Ein fehlender Nachweis führt zur Anlehnung eines Neuantrages, kann aber auch zum Widerruf eines bestehenden AEOC-Status führen. Die betrifft alle seit 2008 erteilten Zertifizierungen.


Der Nachweis ist möglich durch

  • Mindestens 3-jährige praktische Erfahrung im Zollbereich oder
  • Einhaltung einer von einer europäischen Normungsorganisation verabschiedeten Qualitätsnorm für den Zollbereich oder
  • Erfolgreicher Abschluss einer zollrechtlichen Ausbildung, die dem Umfang seiner zollrelevanten Tätigkeit entspricht oder
  • die Beauftragung eines Externen AEOC für die Zollangelegenheiten des Antragstellers
    (Sofern der Antragsteller einen externen AEOC mit der Durchführung seiner zollrechtlichen Angelegenheiten betraut, gilt das Kriterum gem. Art. 27 Abs. 2 IA als erfüllt

Sicherheitsstandards (Art. 28 IA) für den AEO-S/F
Der Antragsteller hat dafür Sorge zu tragen, dass seine Handelspartner (Spediteure, Lieferanten, Dienst-leister etc.) für die Sicherheit ihres Teil der internationalen Lieferkette sorgen. Die Handelspartner müssen sich vertraglich oder per Sicherheitserklärung verpflichten, die Auflagen des AEO zu erfüllen. Für Partner, welche sich verweigern gilt die Einstufung "unsicher".

Unsichere Dienstleister (hierzu zählen auch Besucher ohne vorliegende Sicherheitserklärung) dürfen sich nicht unbeaufsichtigt auf dem Firmengelände aufhalten.

Spediteure gelten ebenfalls nur als "sicher", wenn sie selbst AEO-S/F sind oder aber eine Sicherheitserklärung hinterlegt haben. Alle anderen Spediteure gelten als "unsicher"; speziell die Spediteure, welche im Fremdauftrag liefern oder abholen

Warenlieferungen von Lieferanten ohne AEO-Status bzw. hinterlegte Sicherheitserklärung müssen einer Sendungs-Überprüfung hinsichtlich der Sicherheit unterzogen werden.

Das Firmengelände muss sicher sein. Das Gelände muss mit einem Zaun umgeben sein, Eingangstüren müssen Schutz vor unbefugtem Betreten bieten, Zugangskontrollen an der Pforte etc.

Dem Thema "Sicherheit" wird im Fragenkatalog zum AEO ein eigener Kaptitel gewidmet, der auch nur von Antragstellern des AEO-F/S ausgefüllt werden müssen.

 

Quelle: zoll.de

 

 

AEO +Vereinfachte Zollanmeldung - Gegenüberstellung der Fragenkataloge

 

 

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