Zollberatung AEO-C - AEO-F/S

Wie schon beschrieben hat sich der AEO seit dem Start am 1.1.2008 zu einem "MUST-HAVE" in verschiedenen Branchen entwickelt. Ebenso steigen die An-forderungen der Zollverwaltung bei der Vergabe von Vereinfachungen immer stärker an.

Reichte vor Jahren der formlose Antrag für den "Zugelassenen Ausführer" noch aus, so sind wir heute - nur ein paar Jahre - schon soweit, dass es ohne einen Befähigungsnachweis nicht mehr geht. Es ist jetzt schon beschlossen, dass Unternehmen ohne eine Person mit entsprechenem Fachwissen den AEO oder den ZA verlieren werden. Alternativ können Sie hier nur auf Externe Fach-leute mit einem AEO-C zurückgreifen.

Nehmen Sie die Androhung erst und bereiten Sie Ihre Mitarbeiter durch Fort-bildung und Praxis-Seminare auf die steigenden Anforderungen vor.

(c) Gerd Altmann, Pixelio  

Der AEO-C

Haben Sie bereits durch die Zollbehörde Genehmigungen erhalten, welches für Sie Vereinfachungen darstellen, z.B. der "Zugelassene Ausfüher (neu: vereinfachte Zollanmeldung). ermächtigter Ausführer etc.?

Falls ja: Haben Sie Mitarbeiter, welche bereits diesen Bereich seit mind. 3 jahre betreuen und entsprechende Fähigkeiten durch Fortbildungsmaßnen nachweisen können ?

Dann können Sie sich mit großer Wahrscheinlichkeit zurücklehnen !

Wenn nicht droht Ihnen der Einzug Ihrer Genehmigung bei der Neubewertung Ihrer Bewilligung. Schicken Sie Ihre Mitarbeiter auf Seminare, welche eng mit der Tätigkeit im Unternehmen verbunden sind. Alle Fachthemen werden durch verschiedene Anbieter und auch die IHK angeboten.

Abwicklung von Tätigkeiten Fachthemen
Seminare bei folgenden Tätigkeiten
Export in Drittländer Waren-Tarifierung, Importbestimmungen im Empfangsland, Versiche-rungen, Incotherms, Atlas-Ausfuhr (Codierung Feld 44), Ausfuhrge-nehmigungen
Exporte in Präferenzländer Ursprungserklärung IHK, Ursprungserklärung auf Rechnungen oder EUR-1, ATR, Präferenzkalkulation, Konsequenzen bei Falscherstellung von Ursprungserklärungen, Vorerklärungen (Lieferantenerklärungen, EUR-1-ATR), Be- und Verarbeitungslisten,
Sonder-Abwicklungen Aktive- und passive-Veredelung, Marktordnungswaren, EGKS-Waren, Einfuhrüberwachung für Stahlwarn (und Waren daraus), Dumpingzoll, Importabwicklung, Einfuhrzölle, Zollwert, u.v.m
Antiterrorlistenprüfung gesetzl. müssen alle Mitarbeiter, Lieferanten und Kunden gegen die Antiterrorlisten gem. VO 881/2002 + 2580/2001 abgeprüft werden, u.v.m.

 

AEO-S/F

Nach dem UZK soll es künftig den AEO-F nicht mehr geben. Aus dem AEO-F werden 2 getrennte AEOs, den AEO-C und den AEO-S.

Der AEO-S bzw. (noch) AEO-F kommt für Unternehmen in betracht, welche viele Sendungen nach Asien oder die USA versendet. Hier kann der AEO-S/F zur beschleunigten Import-Abfertigung führen.

Aber auch Unternehmen der Automobilbranche kommen auf Dauer um den AEO-S/F nicht herum. Obwohl der AEO-S/F nicht von Kunden erzwungen werden kann/darf ist es aber ein offenes Geheimnis, dass diese Zertifizierung verlangt wird. Pukteabzug in den Bewertungen oder aber die Entziehung von Entwicklungsaufträgen werden hinter vorgehalener Hand angekündigt.

Unser Tip:

Schaffen Sie schon frühzeitig die Voraussetzungen für eine notwendige Zertifizierung. Weiterführende Informa-tionen finden Sie im Bereich < AEC-S/F - Beratung und Fragenkatalog >. Wir sprechen aus Erfahrung und können  zwischenzeitlich auf einige erfolgreiche Zertifizerungen verweisen, davon 5 unter den ersten 20 in Deutschland, 2 davon sogar unter den ersten 10 im Jahr 2008.

 

Sie haben sich entschieden, einen AEO-Status zu beantragen:

Zunächt müssen Sie prüfen, ob Sie die Voraussetzungen für den AEO erfüllen. Sollte dies der Fall sein, so lesen Sie bitte weiter bei den entprechenden Bereichen AEO-C oder AEO-S/F

 

Die Voraussetzungen für den AEO-Status:

Bisherige Einhaltung der zoll- und steuerrechtlichen Vorschriften (Art. 24 Abs.1 IA)
Die Einhaltung gilt als erfüllt, wenn der Antragsteller bzw. Geschäftführer und die für Zollangelegenheiten verantwortliche Person in den letzten 3 Jahren keine schwerwiegende oder widerholten Verstöße gegen zoll- und/oder steuerrechtliche Vorschiften und keine Straftaten begangen hat.


Folgende Personen sind für die Überprüfung relevant:

- Der Antragsteller
- Geschäftsführer oder Vorstand
- der für Zollangelegenheiten zuständige Mitarbeiter

Zufriedenstellendes Buchführungssystem (Artikel 25 IA)
Die Buchführung muss eine wirksame Überwachung und nachträgliche Prüfung ermöglicht. Es muss also ein Prüfpfad vorhanden sein, der es ermöglicht, alle Eintragungen bis zur Quelle zurück zu verfolgen.


Zahlungsfähigkeit (Art. 26 IA)
Der Antragsteller darf sich in keinem Insolvenzverfahren befinden. Damit ist nicht das rechtliche Insolvenzverfahren gemeint, sondern die faktische Unfähigkeit, entstandene und entstehende Schulden zu bezahlen.

In den letzten 3 Jahren vor der Antragstellung muss der Antragsteller seinen finanziellen Verpflichtungen bzgl. der Zahlung von Zöllen, Steuern und Abgaben nachgekommen sein, welche mit der Ein- oder Ausfuhr von Waren in Verbindung stehen.

Ebenso muss der Antragsteller nachweisen, dass er über eine ausreichende finanzielle Leistungsfähigkeit verfügt.

Der Nachweis wird erbracht über die Vorlage der letzten Jahresabschlüsse (Bilanz + Gewinn-und Verlustrechnung)


Praktische und berufliche Befähigung (Art. 27 IA)
Neu im UZK ab 1.05.2016
Alle AEOC müssen das Kriterium der praktischen oder beruflichen Befähigung nachweisen. Ein fehlender Nachweis führt zur Anlehnung eines Neuantrages, kann aber auch zum Widerruf eines bestehenden AEOC-Status führen


Der Nachweis ist möglich durch

Mindestens 3-jährige praktische Erfahrung im Zollbereich oder

Einhaltung einer von einer europäischen Normungsorganisation verabschiedeten Qualitätsnorm für den Zollbereich oder

Erfolgreicher Abschluss einer zollrechtlichen Ausbildung, die dem Umfang seiner zollrelevanten Tätigkeit entspricht oder

die Beauftragung eines AEOC für die Zollangelegenheiten des Antragstellers
(Sofern der Antragsteller einen externen AEOC mit der Durchführung seiner zollrechtlichen Angelegenheiten betraut, gilt das Kriterum gem. Art. 27 Abs. 2 IA als erfüllt

Sicherheitsstandards (Art. 28 IA) nur für den AEO-S/F
Der Antragsteller hat dafür Sorge zu tragen, dass seine Handelspartner (Spediteure, Lieferanten, Dienstleister etc.) für die Sicherheit ihres Teil der internationalen Lieferkette sorgen. Die Handelspartner müssen sich vertraglich oder per Sicherheitserklärung verpflichten, die Auflagen des AEO zu erfüllen. Für Partner, welche sich verweigern gelten als unsicher.

Unsichere Dienstleister (hierzu zählen auch Besucher ohne vorliegende Sicherheitserklärung) dürfen sich nicht unbeaufsichtigt auf dem Firmengelände aufhalten.

Spediteure gelten ebenfalls nur als "sicher", wenn sie selbst AEO-S/F sind oder aber eine Sicherheits-erklärung hinterlegt haben. Alle anderen Spediteure gelten als "unsicher"; speziell die Spediteure, welche im Fremdauftrag liefern oder abholen

Warenlieferungen von Lieferanten ohne AEO-Status bzw. hinterlegte Sicherheitserklärung müssen einer Sendungs-Überprüfung hinsichtlich der Sicherheit unterzogen werden.

Das Firmengelände muss sicher sein. Das Gelände muss mit einem Zaun umgeben sein, Eingangstüren müssen Schutz vor unbefugtem Betreten bieten, Z ugangskontrollen an der Pforte etc.

Dem Thema "Sicherheit" wird im Fragenkatalog zum AEO ein eigener Kaptitel gewidmet, der auch nur von Antragstellern des AEO-F/S ausgefüllt werden müssen.

Quelle: zoll.de


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